Druckkostenzuschuss "Genius Loci"
Mit finanzieller Unterstützung der SNP wurde Ende 2025 das Buch von Robert J. Kozljanič „Genius Loci. On Neophenomenology and Hermeneutics of a Multi-Layered Appearance“ veröffentlicht. Es erschien in der von Prof. Dr. Tonino Griffero (Universität Tor Vergata, Rom) herausgegebenen Reihe „Atmospheric Spaces“ als 16. Band.
Dieses Buch stellt das Konzept, die Geschichte und das Phänomen des Genius Loci („Geist eines Ortes“) vor. Es spannt einen Bogen vom römischen Konzept des Genius Loci bis zur heutigen (hauptsächlich) neophänomenologischen Debatte über das Konzept der ortsbezogenen „Atmosphären“ (Hermann Schmitz et al.). Auf diese Weise zeigt der Autor, dass Orte mit Charakter und „Aura” (Walter Benjamin) das Heimatgefühl verstärken und „erden“, das Verständnis lokaler Geschichte(n) fördern und vertiefen können. Er geht wiederholt der Frage nach, was dies für die Stadt- und Landschaftsplanung bedeutet und welche genius-loci-bezogenen Kriterien berücksichtigt werden sollten. Anhand zahlreicher konkreter Beispiele und Erfahrungen wird gezeigt, dass zwei Methoden für das Erfassen und Entschlüsseln von Orten, die unsere Lebenswelt prägen, entscheidend sind: die neophänomenologische und die hermeneutische. Das bedeutet, dass neben dem synchronen leibphänomenologischen Ansatz auch ein diachroner historisch-hermeneutischer Ansatz zum Einsatz kommt. Schließlich sichtet und revidiert der Autor die ästhetisch-phänomenologische Methode von Hermann Schmitz. Unter Bezugnahme auf Bettina von Arnim, Ludwig Klages und Tonino Griffero entwickelt er einen dreistufigen Prozess, einen pathischen Dialog mit der Natur: resonieren – korrespondieren – poetisieren.
Phänomenologische Sommerschule 2025

- Teilnehmer der Sommerschule
Zehn Teilnehmer:innen haben sich Ende September 2025 in einer Ferienanlage am Salzhaff zusammengefunden. Die diesjährige Sommerschule widmete sich der Frage, wie phänomenologisches Arbeiten möglich ist. Dazu wurden neben Schriften von Martin Heidegger, Maurice Merleau-Ponty und Hermann Schmitz auch zwei Beiträge aus der therapeutischen Praxis von Teilnehmenden herangezogen.
Dies ermöglichte es, die klaren Bezüge der Neuen Phänomenologie zur konkreten Lebenswelt von Individuen und der Gesellschaft aufzuzeigen. Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussionen war die Frage nach dem ‚Wie‘ der phänomenologischen Explikation. Dabei stand das Spannungsverhältnis im Mittelpunkt, das sich zwischen der Bewahrung der intentionalen Verflechtungen der Phänomene im sprachlichen Ausdruck und einer präzisen begrifflichen Explikation auftut. Exemplarische Vergleiche zwischen Merleau-Ponty und Schmitz erwiesen sich in diesem Zusammenhang als besonders aufschlussreich.
Finanziell ermöglicht wurde diese Veranstaltung durch die Stiftung für Neue Phänomenologie. Durch diese dankenswerte Unterstützung von Unterkunft und Verpflegung konnte erst die Atmosphäre des gewinnbringenden Austauschs entstehen, die die Diskussionen unablässig begleitet hat.
