SNP - Projekte

Auf dieser Seite werden Sie über aktuelle und frühere von der SNP geförderte Projekte informiert.

"Philosophische Probleme der Musik"

Seminar zur Philosophie der Musik im Haus Tornow am See

Vom 24. bis 28. Februar 2020 fand im Haus Tornow am See ein Blockseminar mit Studierenden der Universität Rostock und der Hochschule für Musik und Theater Rostock unter dem Titel „Philosophische Probleme der Musik“ statt. 16 Teilnehmer*innen und zwei Dozenten widmeten sich in theoretischer wie praktischer Hinsicht dem Themenfeld Musik. Es wurden Texte von Theodor Adorno, Hermann Schmitz, Gunnar Hindrichs, Christian Grüny, Helmuth Plessner, Carl Dahlhaus, Gernot Böhme und anderen gemeinsam erarbeitet. Die besonderen Gegebenheiten am Tagungsort machten es möglich, auch direkt musikpraktisch zu experimentieren, um etwa die phänomenologischen Beschreibungskategorien an konkreten Stücken zu überprüfen oder die leiblichen Erfahrungen selbsttätig zu erfassen und zu explizieren

Durch die Kostenübernahme seitens der SNP war es möglich, Studierende unterschiedlichster Fachrichtungen an einem Ort zu versammeln, der produktives gemeinsames Arbeiten gestattete. Gerade die musikpraktischen Anteile wären ohne diese Unterstützung unmöglich gewesen. Zudem konnten den Studierenden die Reisekosten erstattet werden, was für viele eine große Hilfe war.


27. Symposion der GNP e.V.

"Menschwerdungen"

Der Weg eines Menschenlebens ist vielgestal­tig, von steilen Aufstiegen, weiten Ebenen, scharfen Windungen, nebulösen Irrungen und jähem Absturz geprägt. In bestimmten Phasen verdichten sich Erfahrungen, verflüssigen sich wieder, ballen sich zu Krisen und öffnen sich zu neuen Perspektiven und Möglichkeiten. Die Ausbildung der persönlichen Situation gestal­tet sich zwischen personaler Regression und personaler Emanzipation – Gegensätze, die Menschen lebenslang zu vermitteln haben.

Menschliches Leben vollzieht sich immer im so­zialen Kontext gemeinsamer Situationen, die durch historische und kulturelle Hintergründe geprägt sind. Wie werden nun Menschen zu Personen? Wie gelingt Leben? Entspricht in einer individualisierten Gesellschaft ein gelin­gendes Leben meinen Erwartungen oder doch nur gesellschaftlichen Normen? Welche Krisen müssen wir durchlaufen, welche Prüfungen be­stehen, um für das Leben gerüstet zu sein? Wie sehr kommt es auf die Auseinandersetzung mit und die Unterstützung von anderen an? Wie können wir im Alltag Sinn erfahren?

Diesen Fragen war das XXVII. Symposion der Gesellschaft für Neue Phänomenologie vom 5. bis 7. April 2019 in Rostock gewidmet, das Prof. Dr. Wolf Langewitz mit einer Podiumsdiskussion zum Thema "Bindung und Loslassen" eröffnete. Acht Vorträge beleuchteten das Reifen aus Niederlagen, die leiblichen Aspekte des Lernens und das Sichfinden als die Person, die man ist. Der Rahmen war weit gespannt und reichte von der Gefühlskultur der Coolness, über den japanischen Weg des Erlernens von Künsten bis hin zu den Bemühungen um die personale Emanzipation junger Strafgefangener und den leiblichen Aspekten des Alterns.


Tag der Weisheit in Darmstadt

Kurzbericht über den Tag der Weisheit des Instituts für Praxis der Philosophie e.V. (IPPh) 2018 mit dem Thema "Die Weisheit des Herzens" am 28. April 2018

Das Institut hatte in der Öffentlichkeit mit dem folgenden Text zu dieser halbtägigen Versammlung eingeladen:

"Am Tag der Weisheit 2018 soll es nicht um das Herz als Organ gehen, vielmehr um die Erfahrungen, die wir jeweils mit dem eigenen Herzen machen. Sie werden häufig durch Metaphern ausgedrückt, wie das Herz ist mirschwer oder das Herz hüpft mir im Leibe. Wir gehen jedoch davon aus, dass sich in solchen Ausdrücken genuin eine leibliche Erfahrung artikuliert – und fragen danach, was uns das Herz in der Alltagserfahrung zu sagen hat."

Die Veranstaltung wurde großzügig von folgenden Sponsoren unterstützt: Stiftung Neue Phänomenologie und Sparkasse Darmstadt. Ihrer Unterstützung verdankt das IPPh die Möglichkeit, diese Veranstaltung durchzuführen.

Die Veranstaltung war gut besucht. Das Auditorium des Literaturhauses in Darmstadt fasst 60 Personen – und fast alle Plätze waren besetzt. Mit dem Thema Die Weisheit des Herzens stellt sich das Institut in eine große philosophische Tradition. Es ist Blaise Pascal (1623 – 1662), der in seinen Gedanken der Weisheit des Herzens (la sagesse du coeur) mehrere Absätze widmet. Er unterscheidet die Weisheit des Herzens explizit von der Weisheit des Verstandes. Die Weisheit des Herzens ist durch Teilnahme, Zu- und Ablehnung bestimmt.

Noch weiter zurückgehend ist der Bezug auf Aristoteles, und zwar speziell zu seiner Schrift de anima (Über die Seele). Dort bestimmt er das Herz als letztes und tiefes Organ der hafe, also des leiblichen Spürens.

Die Leibphilosophie, insbesondere die Neue Phänomenologie hat gelehrt, Leibmetaphern ernst zu nehmen. Es drückt sich in diesen Metaphern eine Erfahrung aus, die unter der Herrschaft des Kartesianismus zu Metaphern herabgedrückt ist. Das Herz ist der Ort der Gefühle, genauer gesagt: der leiblichen Regungen, insbesondere der Liebe.

Als auswärtige Vortragende waren folgende Gäste eingeladen:

Prof. Dr. Ole Høstad, von Universitätskolleg in Telemark/Norwegen. Høystad ist Kulturhistoriker, der sich besonders durch das Buch Kulturgeschichte des Herzens (Böhlau Verlag 2008) qualifiziert hat. Nach Høystad ist das Herz praktisch in allen Kulturen der Kern des Menschseins. Spezieller gilt es seit der altägyptischem Kultur als Beobachter und Bewahrer dessen, was der Mensch in seinem Leben vollbringt. Am Ende des Lebens bzw. nach dem Tod wird das Herz gewogen – darin besteht das Gericht. Im Leben wird deshalb umgekehrt das eigene Herz beschworen, im Nachtod nicht gegen seinen menschlichen Träger zu zeugen.

Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs ist Inhaber der Karl-Jaspers-Professur in Heidelberg. Er verbindet die Psychatrie mit der Philosophie. Als Referent für unsere Tagung kam er insbesondere wegen seines Buches Die Mechanisierung des Herzens (Suhrkamp 1992) infrage, mehr noch allerdings durch einen Vortrag, den er seinerzeit am Hygiene-Institut in Dresden gehalten hat, nämlich gerade über Herz und Gewissen. Er entwickelte eine Sozialgeschichte des Gewissens, wobei Gewissen nicht durchweg mit dem Herzen und seiner Stimme verbunden war, sondern durchaus intellektuell verstanden werden konnte. Gewissen wurde dagegen als Stimme des Herzens immer dann verstanden, wenn es als eine emotionale und intuitive Instanz der Selbstbeurteilung erfahren wurde. 

Frau Dr. med. Maria Ursula Kreye von der Herzschule München ist im Bereich der Herzrehabilitation und Prophylaxe tätig. Unter dem Titel Die Weisheit des Herzens – mit dem Herz denken lernen bezog sie sich durchaus (im Gegensatz zum vorgreifenden Konzept des IPPh) auf das Herz als Organ. Doch sie legte den Entwurf einer Sinn-Anatomie vor, nach der das Herz alles andere ist als ein bloßes Instrument, viel mehr als der Sitz des Lebens verstanden wird. Der Sinn wird nach dem Konzept als lebendige Gestalt verstanden – und das entwickelte Dr. Kreye anhand der Ontogenese und Anatomie des Herzens.

Zu allen Vorträgen gab es eine reichhaltige Diskussion. Doch damit die Teilnehme der Besucher nicht bloß eine verbale und intellektuelle bleib, Führte die Naturtherapeutin Brigitta Gräber-Bickel vom IPPh eine Herzraum-Übung durch, die an Veranstaltung der Bioenergetik orientiert waren. Die Teilnehmer konnten durch Atmung und Spannung/Entspannung des Brustraumes das Herz-Spüren aktuell erfahren.

Die Zusammenkunft gab den Teilnehmern zur Diskussion und zu Gesprächen in kleineren Kreisen viel Zeit. Letzteres war vor allem dadurch möglich, dass das Institut die Teilnehmer am Ende in den Raum der Textwerkstatt im 3. Stock des Literaturhauses zu einem gemeinsamen Abendessen einlud.

Mitarbeiter des IPPh waren in der Durchführung und in der Gästebetreuung außerordentlich engagiert. Sowohl was die Teilnehmerzahl wie auch was die Beteiligung angeht, war man nach übereinstimmender Meinung der Mitglieder des IPPh das Institut mit diesem ungewöhnlichen Thema Die Weisheit des Herzens sehr erfolgreich.


26. Symposion der Gesellschaft für Neue Phänomenologie

Die Podiumsteilnehmer
Tonino Griffero (Rom) bei seinem Vortrag
Blick ins Publikum

„Die Macht der Atmosphären“

13. bis 15. April 2018 in Rostock

Das Restaurant hat eine angenehme Atmosphäre, im Stadion herrscht eine mitreißende Atmosphäre, das Gespräch fand in einer kühlen Atmosphäre statt, diese Familie lebt in einer harmonischen Atmosphäre, im Urlaub stimmte die Atmosphäre, auf der Feier brach eine alberne Atmosphäre aus, im Raum verbreitete sich eine bedrückende Atmosphäre des Schweigens...

Wo immer man hinsieht, sind Atmosphären ein bestimmendes Element, vielleicht sogar das Wichtigste im menschlichen Leben. Wir suchen sie und wir meiden sie, und doch wissen wir kaum etwas über sie. Dass Atmosphären nicht nur in der Lebenspraxis, sondern auch als Gegenstände der Philosophie ernstgenommen werden, ist ein zentrales Anliegen der Neuen Phänomenologie.

„Die Macht der Atmosphären“ – hier geht es nicht einfach um eine Beschäftigung mit Atmosphären schlechthin, sondern vor allem um deren Macht über Menschen. Wie wirken Atmosphären, wie lassen sie sich beschreiben? Kann man sie beeinflussen – und sollte man sie beeinflussen, falls dies geht? Welchen Atmosphären können wir uns nur schwer entziehen? Wie ausgeliefert sind wir ihnen? Was machen sie mit uns? Können Atmosphären überhaupt Macht haben?

Wie wichtig die philosophische Erforschung der Atmosphären ist, zeigt sich, wenn sie auf Kollektive wirken, etwa in Panik, kollektivem Zorn, gemeinsamem Eifer oder in Freude, die sich in Jubel entlädt. Das Atmosphärische des Gefühls ist zwar erst teilweise erforscht, wird und wurde jedoch im Umgang mit ihm privat und öffentlich umfassend ausgenützt, z. B. in der Politik, in der Werbung, in Zeremonien von Institutionen, im Theater und in der Literatur. Universal verbreitet ist diese Nutzung als Kultur der Gefühle im umfriedeten Raum einer Wohnung. Die Tagung trug dazu bei, die Bedeutung der Atmosphären im Gefühlsraum auch theoretisch zu verdeutlichen.

Die das Symposion eröffnende Podiumsdiskussion unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Großheim widmete sich dem Thema „Die verstimmte Gesellschaft? Zwischen Stimmungsmache und Macht der Stimmungen“.

Zwei Vorträge führten am Samstag ins Tagungsthema ein: Prof. Dr. Hermann Schmitz (verlesen durch Dr. Steffen Kluck) über Atmosphären als Macht über Menschen und Prof. Dr. Tonino Griffero, Rom, Über die leibliche Ansteckung. Atmosphären zwischen Immersion und Emersion. Sieben weitere Vorträge erlaubten Einblicke in die beruflichen Felder ärztlicher und psychotherapeutischer Anwendung, der Pflege, Pädagogik, des Managements und welche Atmosphären Therapeuten in psychiatrischen Wohngemeinschaften auszuhalten haben. Und schließlich zeigte die Künstlerin Petra Seibert aus Stuttgart wie atmosphärisch ausdrucksstarke Kunstwerke entstehen und den Betrachter leiblich ergreifen.

Bei aller Produktivität des Symposions wollen wir nicht vergessen, dass am 15. Februar 2018 Dr. Hans Werhahn, Träger des Bundesverdienstkreuzes, großzügige Förderer der phänomenologischen Philosophie, Gründer der Stiftung Neue Phänomenologie, langjähriger Vizepräsident der GNP und deren treibende Kraft von uns gegangen ist. In Dankbarkeit und mit tiefem Respekt gedachten die Teilnehmer des Symposions seiner Person und Lebensleistung.

 


Blockseminar "Leib und Körper in der Antike"

Gruppenbild der Teilnehmer
Teilnehmer im Gespräch
Diskussionsrunde

Vom 26. Februar bis 1. März 2018 trafen sich im Gästehaus Tornow am See in der Märkischen Schweiz insgesamt 20 Philosophen – Professoren, Promovierte, Promovenden und Studenten – der Universitäten Münster und Rostock, um gemeinsam dem Verhältnis von Körper und Leib in der Antike nachzugehen.

Das gemeinsame Seminar widmete sich ausgehend von leibphänomenologischen Theoremen Hermann Schmitz‘ einer intensiven Beschäftigung mit Texten von Homer, Platon, Aristoteles, der Stoa sowie Paulus. Durch die am Seminarort mögliche konzentrierte, störungsfreie und fokussierte Arbeit an den philosophischen Problemen und Fragestellungen bot sich allen Beteiligten die Chance, sich tiefgründig zugleich mit Neuer Phänomenologie und antiken Klassikern bekannt zu machen. Bis in die späten Abendstunden wurde, auch nach offiziellem Ende des eigentlichen Tagesprogramms, weiter gemeinsam debattiert.

Es ist sicher nicht zu viel gesagt, wenn man festhält, dass das Seminar bei allen Mitstreitern philosophisch wie persönlich bleibenden Eindruck hinterlassen hat und eine Fortsetzung mehr als wünschenswert scheint.


25. Symposion der Gesellschaft für Neue Phänomenologie

Michael Großheim, Hans Werhahn und Hermann Schmitz im Publikum ((C) A. Risse)
Hermann Schmitz im Gespräch auf dem Podium ((C) A. Risse)

"Das Eigene und das Fremde. Heimat in Zeiten der Mobilität"
21. bis 23. April 2017 in Rostock

Heimat: Für manche ist es nur ein Ort, für andere gehören Menschen dazu, einige denken vor allem an eine Landschaft oder Sprache, und auch Atmosphärisches scheint im Spiel zu sein. Ist Heimat eine Sache der Gegenwart oder der Vergangenheit? Haben wir Heimat nur im Rückblick, und dann auch nur sentimental und verklärend? Wie viele Heimaten kann ein Mensch haben? Kann man sich seine Heimat aussuchen? Wenn Heimat im Leben etwas „Eigenes“ ist, so erweist sich die Spannung zum Fremden doch als unverzichtbar und produktiv.

Mit diesen hochaktuellen Fragen beschäftigte sich das 25. Symposion der GNP vom 21. bis 23. April in den Räumen der Hochschule für Musik und Theater in Rostock. Prof. Dr. Hartmut Rosa und Prof. Dr. Hermann Schmitz eröffneten die Veranstaltung mit einer Podiumsdiskussion über Heimaten als „Resonanzinseln einer unübersichtlichen Welt“, und acht vollbesetzte Vorträge lieferten Beiträge aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen und verschiedenen kulturellen Räumen. Einmal mehr bewährten sich die Begriffe der Neuen Phänomenologie bei der Verständigung im interdisziplinären Dialog.

Aus Anlass des 25 jährigen Jubiläums der Gesellschaft für Neue Phänomenologie fand am Samstagabend im Orgelsaal eine Feier statt, in der bei gastfreundlichem Buffet Prof. Dr. Michael Großheim den Blick auf die erfolgreiche Entwicklung der Gesellschaft und ihr Wachstum richtete und Prof. Dr. Gernot Böhme den Begründer der Neuen Phänomenologie, Hermann Schmitz, sowie unseren überaus großzügigen und zugleich antriebsstarken Motor und Mäzen, Dr. Hans Werhahn, ohne den der Erfolg der Gesellschaft nicht möglich gewesen wäre, ehrte.


Symposion zum Thema "Gabe" an der FU Berlin

Organisatorin und Jubilar Frau Prof. Landweer (3. von links) im Gespräch (mit Prof. Dr. H. Nagl-Docekal, Dr. A. Rödig und Prof. Dr. C. Klinger)
Diskussionsrunde im Plenum

„Gabe, Gegengabe und gemeinsame Gefühle“
Symposion an der Freuen Universität Berlin im August 2016

Unter diesem Titel fand am 27.8.2016 ein Symposion an der Freien Universität Berlin zu Ehren von Prof. Dr. Hilge Landweer statt, die wenige Tage zuvor 60 Jahre alt geworden war. An diesem heißen Sommertag folgten der Einladung, die u.a. von Prof. Dr. Cornelia Klinger vorbereitet wurden, ca. 60 Personen.

In einer Vorstellungsrunde würdigten die anwesenden akademischen Lehrerinnen, Kolleginnen und Kollegen, Doktorandinnen und Doktoranden sowie einige Studierende die akademischen Verdienste von Frau Landweer in der feministischen Philosophie sowie in der Philosophie der Gefühle, mit der sie an die Neue Phänomenologie anknüpft und diese in universitären wie auch in außeruniversitären Kreisen weiter bekannt gemacht hat. Dies wurde in acht Vorträgen zum Thema der Gabe vertieft, an die sich lebhafte Diskussionen auch in den Pausen anschlossen. Im Mittelpunkt standen dabei die Fragen, ob und wie die Erwartung einer Gegengabe durch gemeinsame Gefühle evoziert wird, und wie diese Gefühle und die Praxis des Gebens und Nehmens begrifflich zu fassen sind.


Blick ins Publikum ((C) A. Risse)
Peter Sloterdijk und Hermann Schmitz mit Moderator ((C) A. Risse)

Tagung der GNP e.V. im April 2016

Symposion der GNP "Religiöse Erfahrung"

 

Unter diesem Thema veranstaltete die Gesellschaft für Neue Phänomenologie vom 8. bis zum 10. April 2016 ihr 24. Symposion. Etwa 400 Teilnehmer lauschten der Diskussion von Hermann Schmitz und Peter Sloterdijk über Nutzen und Nachteil von Religion für das Leben in der Aula der Universität Rostock, mit der das Symposion begann. An den folgenden zwei Tagen beleuchteten neun Referenten in ihren Vorträgen und regen Diskussionen das Wesen von Religionen in der Geschichte der Menschheit, vom Abendland bis hinein nach China.

Im Verlauf der Tagung stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, ob es eine spezifisch religiöse Erfahrung gibt, die den Menschen entweder unmittelbar einleuchtet oder die den Autoritätsanspruch der Religion dem von dieser Erfahrung Betroffenen wenigstens verständlich machen kann.

Das Symposion zeigte, wie die Begriffe der Neuen Phänomenologie geeignet sind, den Austausch unterschiedlichster religiöser Erfahrungen bis hin zur chinesischen Meditation mit großem „interreligiösem“ Interesse und Einvernehmen zu führen. Christian Bendrath, dem Organisator der Tagung, ist zu danken für den reibungslosen Verlauf, die harmonische Atmosphäre und die Fülle an interessanten und inspirierenden Denkanstößen.