Übersetzungskosten

Die SNP hat die Übersetzung des Lesebuch zu Hermann Schmitz "Sich selbst verstehen" finanziert. Die Übersetzung wurde von den dafür bereits einschlägig bekannten und renommierten Jean-Louis Georget und Philippe Grosos vorgenommen und sie ist im Vrin-Verlag erschienen. Den entsprechenden Ankündigungs-Flyer können Sie hier einsehen.


Druckkostenzuschuss

Zu dem von Birgit Heimbach verantworteten Buch "Durchgang durch das Bullauge der Geburt. Metaphysik von Schwangerschaft und Geburt. Partus III" über philosophische Aspekte der Hebammenkunst hat die SNP einen finanziellen Beitrag geleistet. Neben verschiedenen Philosoph:innen (unter anderem Peter Sloterdijk oder Olivia Mitscherlich-Schönherr) sind darin von Hermann Schmitz einige einschlägige Texte aufgenommen, die Hebammen und Geburtshelfer sowie werdende Eltern inspirieren und zum Besinnen anregen können. Ein Eindruck von dem auch durch künstlerische Auseinandersetzungen geprägten Werk kann hier und hier gewonnen werden.


Druckkostenzuschuss

Die Studie "Existenz und Gesellschaft. Eine leibphänomenologische Vergesellschaftungstheorie nach Georg Simmel und Hermann Schmitz" von Manuel Schulz (hier) nimmt eine kritische Revision der soziologischen Grundlagenforschung Georg Simmels vor. Im Konkreten werden dabei zwei Phänomene herausgearbeitet, die für Simmel ein kategoriales Problem darstellen - einerseits die Gegebenheit des eigenen subjektiven Existierens und andererseits die ebenso unbestreitbare Vorfindung einer Du-Evidenz, sprich die Erfahrung des Schon-immer-Vergesellschaftetseins. Simmel konstatiert, dass diese beiden Phänomene zwar als Bedingung der Möglichkeit von Gesellschaft zweifelsfrei evident, dabei jedoch nicht Resultat unseres vorstellenden Bewusstseins sind. Folglich erscheinen ihm diese Aspekte menschlicher Erfahrung aufgrund seines kantianischen Erbes als schwer fassbar, so dass er sie mit dem metaphysischen Konzept des Seelischen zu fassen sucht. Dies aufgreifend zeigt die vorliegende Studie, dass sich das leibphänomenologische Begriffsinstrumentarium von Hermann Schmitz hervorragend eignet, um diese beiden für das simmelsche Denken so zentralen Phänomene mit größerer terminologischer Kohärenz und jenseits metaphysischer Anleihen zu reformulieren.

Im zweiten Teil des Buches wird darauf aufbauend der Versuch unternommen, mit Hilfe der Neuen Phänomenologie eine Art „kritische Theorie des Denkens“ zu entwickeln. Zu diesem Zweck werden zunächst die beiden zentralen Dimensionen des Leiblichen, namentlich Zeitlichkeit und Räumlichkeit, in ihrer pathischen Gegebenheit rekonstruiert, um sie anschließend der formgebenden Eigensinnigkeit unseres sprachvermittelten Denkens gegenüberzustellen. Derart perspektiviert zeichnet sich das subjektive Existieren in Zeit und Raum als Kontrastfolie ab, vor dem sich unser reflexives Denken selbst kritisch reflektieren kann. Es entpuppt sich als ein ambivalentes Instrument positiver Feststellung, das einerseits zwar in hohem Maße ermächtigend wirkt, andererseits jedoch offenbar dazu neigt, geschlossene Sinnzusammenhänge zu generieren. Als Folge dessen begegnet das Denken allem nicht Denkbaren, also auch der Sphäre des Leiblichen, mit Ignoranz, wenn nicht gar mit einem Gestus bornierter Geringschätzung.

Das Werk endet mit der an Adorno und Horkheimers „Dialektik der Aufklärung“ orientierten Einsicht, dass wir uns trotz aller berechtigter Begeisterung für die Errungenschaften des abstrakten Denkvermögens eine kritische Distanz zu dieser Erkenntnisweise bewahren sollten. Anderenfalls verwandelt sich die auf das Denken reduzierte Aufklärung in einen Mythos menschlicher Selbstbestimmung, dessen Lobgesänge sich verstörend vom gegenwärtigen Panorama der sozial-ökologischen Verwüstung abheben.


Druckkostenzuschuss

Für die Publikation des Briefwechsels zwischen Hermann Schmitz und Bernd A. Laska gewährt die SNP dem Herausgeber Christian Fernandes nachträglich einen Druckkostenzuschuss. Anlass und stets wiederkehrendes Thema des umfangreichen Schriftverkehrs (339 Briefe zwischen 1993 und 2016) ist die richtige Interpretation des junghegelianischen "Skandalphilosophen" Max Stirner. Anknüpfungspunkte für den Stirner-Spezialisten Laska sind Schmitz' Bücher Selbstdarstellung als Philosophie und Adolf Hitler in der Geschichte. Schmitz deutet Stirners Hauptwerk Der Einzige und sein Eigentum aus dem Jahr 1844 als Paradebeispiel der "ironistischen Verfehlung". Laska hingegen sieht in Stirners Begriff des "Eigners" konstruktive Ansätze für eine Überwindung des Nihilismus. Ein weiterer zentraler Streitpunkt ist Stirners Einfluss auf die wirkmächtigen Gedankengebäude von Marx und Nietzsche. Im Verlauf ihres Dialogs präsentieren Schmitz und Laska einander die Essenz ihrer eigenen Philosophien -- dank der Briefform in besonders anschaulicher Weise und mit viel Empathie für die Verständnisschwierigkeiten des Adressaten. Insofern ist der Briefwechsel eine spannend zu lesende Einführung in beider Denken, das durch die kritischen Nachfragen und Einwände des Gegenübers an Kontur gewinnt.